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Teilleistungsströungen
 
 

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Theorie / Praxis Teilleistungsstörung

Hier erhalten Sie einige Informationen über Legasthenie (Lese-Rechtschreibschwäche) und Dyskalkulie.

Schon vor der Schule geben Auffälligkeiten in der Bewegung, der Sprache, des Verhaltens und der Wahrnehmung Hinweise auf eine drohende Beeinträchtigung des Lesen- und Schreiblernens.

Risikofaktoren sind z.B.: Linkshändigkeit, Entwicklungsverzögerungen (vor allen Dingen bei Jungen) und familiäre Häufung von Legasthenie.

Früherkennung, Frühdiagnose und rechtzeitige Therapie verhindern schwerwiegende Sekundärsymptome wie z.B. Depressionen, Aggressivität, Schulunlust und Schulversagen.

Definition der Legasthenie
(wissenschaftl. Beirat des BVL)
Legasthenie ist die Bezeichnung für Schwächen beim Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechtschreiben, die weder auf eine allgemeine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung noch auf unzulänglichen Unterricht zurückgeführt werden können.

Ursachen der Legasthenie
(wissenschaftl. Beirat des BVL)
Die Gründe ... liegen ... in Besonderheiten, die das Kind bereits mit in die Schule bringt.
Sie können sowohl aufgrund einer entsprechenden Anlage als auch durch Störungen der Entwicklung des Zentralnervensystems oder durch das Zusammenwirken beider Bedingungen entstehen.
Mit der Lese-Rechtschreibschwäche können Teilleistungsschwächen der Wahrnehmung, der Motorik (Bewegungs- und Koordinationsstörungen) der Seitendominanz und/oder Beeinträchtigung des Spracherwerbs zusammentreffen.

Früh Lese- und Schreib versagen
beobachten
erkennen
verhindern
fördern

Werner Strackerjan:
Die Überwindung des legasthenen Fehlhandelns im 1. und 2. Schuljahr,
Veris-Verlag, Kiel 1988

Das Modell von Werner Strackerjan:

- Prozessorientierte Förderdiagnostik
- Beobachtung im Mikrobereich von Handlungen
- Intensive Erhebungen in den ersten vier Schulwochen
- Legastheniker handeln "gegenläufrig-widrig" und neigen zu "Positionswechsel

Man kann beobachten: visuell-motorisches Fehlhandeln (TYP I)
akusto-motorisches Fehlhandeln (TYP II)
visuell- und akusto-motorisches Fehlhandeln (TYP III)
Dieses gegenläufig-widrige Handeln ist in allen Lebensäußerungen zu finden.
Vermutete Ursachen : Gekreuzte Lateralität
Linkshändigkeit
genetisch bedingte Legasthenie
Besonderheitender Hirnorganisation

Was hilft?
- "Strenge" Strukturen
- gut organisiertes methodisches Vorgehen
- Fördergruppe von Anfang an
- Reduzierung der Inhalte zugunsten methodischer Sicherheit
- Speziell an die Fördergruppe angepasste Methoden für alle
- Klar vorstrukturierte Lernsituationen
- Helfer- und Patensysteme
- Frühe Zusammenarbeit mit den Eltern
- Detaillierte Handlungsweisungen
- Fehlvermeidendes Lernen
- Keine Fibeln, sondern angepasstes Material
- Pädagogik des "roten Fadens"
- Wiederholungsschleifen
- Belohnungssystem
- Zwei-Jahresprogramm
- Laufende Screening-Verfahren
- Intensive Arbeitsatmosphäre

 

 

 

© LOG - Monika Hahn-Nanninga

Das rechtshemisphärische Kind

  1. neigt zu Tagträumen
  2. benutzt Schlagwörter oder lässt beim Sprechen ganze Wörter aus
  3. benutzt zum Zählen Finger
  4. bemalt die Ränder seines Aufgabenheftes oder Arbeitsbogens mit Bildern
  5. hat Schwierigkeiten beim Erledigen seiner Aufgaben
  6. zieht Grimassen oder benutzt andere Formen nonverbaler Kommunikation
  7. hat Probleme bei feinmotorischen Arbeiten wie Schneiden, Schreiben oder Kleben, wenn die Aufgabe eine einheitliche oder strukturierte Ausführung verlangt; diese feinmotorischen Schwierigkeiten treten kaum auf, wenn es sich um selbstgestellte Aufgaben handelt
  8. kann sich an Orte und Ereignisse erinnern, jedoch nicht an symbolische Darstellungen wie Namen, Buchstaben und Zahlen
  9. zeigt Probleme bei der Artikulation einzelner Buchstaben oder bei der Bewältigung von Geschicklichkeitsaufgaben
  10. ist fast immer in Bewegung
  11. arbeitet gerne im Stehen oder nur halb auf dem Stuhl sitzend
  12. neigt zu Übertreibungen beim Erzählen eines Erlebnisses
  13. hat einen unrdentlichen Schreibtisch
  14. kann seine Aufgaben nicht in einem vorgeschriebenen Zeitraum erledigen
  15. nimmt mit Vorliebe Sachen auseinander und setzt sie wieder zusammen
  16. ist impulsiv
  17. will die Welt seinen Bedürfnissen entsprechend verändern
  18. stellt anderen Kindern gerne ein Bein, berürht sie oder stößt sie
  19. spitzt oft seinen Bleistift
  20. verläuft sich auf dem Weg zum Klassenzimmer
  21. vergisst, warum es in sein Zimmer gegangen ist
  22. ist möglicherweise sehr gut in Sport, aber erfolglos in Fächern wie Deutsch
  23. weiß die richtige Antwort, kann sie aber nicht begründen oder herleiten ("Es ist eben so")
  24. liefert oft Dikussionsbeiträge, die nichts mit dem Thema zu tun haben
  25. ist möglicherweise Klassensprecher
  26. beißt sich während der Arbeit auf die Zunge.

 

Störfaktoren bei der Anwendung mathematischer Operationen
(nach Grissemann)

  • Auditive Kurzspeicherschwäche
    (Mehrere Rechenschritte hintereinander können nicht behalten werden)
  • Richtungsstörungen im Ziffernumgang
    (Zehner, Einer ... werden vertauscht -- Probleme bei der Raumlage)
  • Klappfehler bei der Zehnerüberschreitung
    (Wechslung des Zeichens während des Rechnens)
  • Fehlleistungen im Benennen und Erkennen mathematischer Symbole
    - Verwechslung von Zahlen und Zeichen: 3 => 8; 9 => 6; + => x
    - Vergessen des Übertrags beim schriftlichen Rechnen (z.B. Multiplizieren statt Addieren)
    - Abschreibfehler, falsches Untereinanderschreiben, Verwechslung von Sorten
  • Probleme beim Lesen und Verstehen von Textaufgaben
  • Graphmotorische Probleme
  • Konzentrationsschwächen bei komplexeren Aufgaben

Dyskalkulie: Die Kinder ...

... scheinen sich schlechter konzentrieren zu können
... Arbeitsergebnisse unterliegen starken Schwankungen
... ermüden rasch, wenn es um rationelle Aufgabenstellungen und Lösungen geht
... wählen sehr ungewöhnliche Problemlösungen
... gerade frisch aufgenommenes ist wieder schnell verschwunden (Kopf- und Kettenrechnen)
... Formen und Gestalten werden schlechter wahrgenommen und wiedergegeben
... zählen statt zu rechnen, verzählen sich
... "verrechnen" sich um 1,10,100 ...
... erkennen Orte, Straßen usw. nicht wieder
... Größe z.B. auch der eigenen Kleidung sagt ihnen nicht viel
... lernen die Uhr schwer
... haben ein schlechtes Zeitgefühl (Frühstück zum Abendessen bestellen...)
... enttäuscht, weil sie die Differenz der eigenen intellektuellen Fähigkeit zu ihrer mathematischen Kompetenz erkennen